Samstag, 15. November 2008

Generalstreik und was nun?

Da ist Sie die Horrormeldung, in den Nachrichten vernimmt man es nun...

"wie das Auswärtige Amt manchmal mitteilt, haben ausländische Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen. Das bedeutet für alle, die an diesem Tag ihren Urlaub in ihr beliebtes Reiseland antreten wollen, dass es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Reiseverkehr kommen kann."

So sollten Reisende Verspätungen bei der Beförderung von und zu den Hotels einplanen. Bei dem zu erwartenden Urlauberansturm können die Folgen eines solchen Streiks fatal sein - abreisende Urlauber warten in den Hotels auf den planmässigen Transfer und Anreisende auf den Flughäfen.

Wer muss etwas tun?

Zunächst sind in derartigen „Krisensituationen“ die Veranstalter in der Pflicht. Diese werden versuchen, Abflüge aus Deutschland entweder bereits am Mittwoch, am späten Donnerstag Abend oder erst am Freitag zu realisieren.

Reisende, die vom Veranstalter die Mitteilung erhalten, dass der planmäßige Hin- oder Rückflug um einen Tag vorverlegt oder auf den nächsten Tag umdisponiert wird, sollten wissen: Der Veranstalter muss für Auswirkungen eines solchen Streiks, die zur Mangelhaftigkeit der Reise führen, gerade stehen. Nach gängiger Rechtsprechung gelten der planmäßige An- und Abreisetag jedoch nicht als Urlaubstage. Ein Reisemangel liegt daher nur dann vor, wenn Abflugzeiten so verlegt werden, dass dem Reisenden Urlaubstage verloren gehen. Werden demnach Anreisende statt am Donnerstag erst am Freitag nach Spanien oder Abreisende bereits am Mittwoch nach Hause befördert, können sie den Tagesreisepreis anteilig mindern. Das gilt auch für die Wartestunden auf dem Flughafen oder im Hotel an solchen „vergeudeten“ Urlaubstagen.

Vor Ort werden die Veranstalter sicher alles tun, um die Urlauber vertragsgemäß zu befördern. Kann das hohe Transportaufkommen jedoch nicht bewältigt werden, kann der Reisende auch selbst Abhilfe schaffen, indem er sich einen Transfer organisiert (z. B. Taxi) und die dafür aufgewendeten Kosten später vom Reiseveranstalter zurückfordert.

Verpassen Abreisende den planmäßigen Flieger, weil der Transfer vom Hotel zum Flughafen nicht rechtzeitig stattfinden konnte, und müssen am Flughafen ausharren, zieht das ebenfalls Minderungsansprüche nach sich - ab der 5. Stunde eines späteren Abflugs kann der Reisende 5 % des anteiligen Tagesreisepreises für jede weitere Stunde als Reisepreisminderung verlangen.

Übrigens: Da die Reiseveranstalter einen Generalstreik im Urlaubsland nicht zu vertreten haben, können betroffene Reisende zwar Minderungs- und Aufwändungsersatzansprüchen (wie Kosten für den selbst organisierten Ersatztransfer), aber keine Schadensersatzansprüche z. B. wegen entgangener Urlaubsfreuden durchsetzen.

Wer sich dazu oder zu anderen reisevertraglichen Ansprüchen beraten lassen möchte, wende sich an die Verbraucherberater in den Beratungsstellen oder am Service-Telefon unter


01907 - 712 91 (1,24 € je min) jeden Mo, Di und Do, Fr von 9 bis 18 Uhr.


Quelle: Presseinfo der Verbraucherzentrale Brandenburg 17.06.2002



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